«Zero Emission»: Umfassende CO2-Kompensation bei Wacker Neuson

    Pilotprojekt mit myclimate

    Die Mission von Wacker Neuson heisst «Zero Emission». Neu gibt der Baumaschinen-Konzern den Kunden die Möglichkeit, den CO2-Ausstoss der Kauf- und Mietgeräte vollständig zu kompensieren und die Emissionen auf null zu senken. Grundlage des Projekts ist eine detaillierte Studie von myclimate, die für sämtliche Maschinen den Ausstoss über den gesamten Lebenszyklus ermittelt hat. 

    (Bild: Wacker Neuson) Wacker Neuson bietet komplett klimaneutrale Maschinen und Geräte an.

    Benjamin («Beny») Wasinger ist definitiv kein Grüner und kein Linker. Aber der Chef von Wacker Neuson Schweiz ist ein engagierter Umweltschützer. Der Erhalt eines gesunden Klimas ist ihm so wichtig, dass er vorangeht und sich das auch einiges kosten lässt. Als erstes Unternehmen der Baubranche bietet Wacker Neuson eine vollständige CO2-Kompensation an, und zwar sowohl bei den Miet- als auch bei den Baumaschinen. Die dadurch anfallenden zusätzlichen Kosten bei der Mietflotte übernimmt Wacker Neuson. Und kauft beispielsweise jemand einen Bagger bei Wacker Neuson, kann er für einen Aufpreis ein Gerät mit CO2-Kompensation erstehen. 

    Eine Baumaschine darf dann als klimaneutral bezeichnet werden, wenn alle CO2-Emissionen, die entlang des Lebenszyklus’ der Maschine entstehen, ausgeglichen werden. Das heisst also nicht nur jener Ausstoss, der im Betrieb entsteht. Die Berechnungen umfassen darüber hinaus den Abbau von Rohstoffen, die Produktionsprozesse und Transportwege und schliesslich die Entsorgung beziehungsweise Wiederverwertung von Bauteilen. Weiter wurden die Betriebsflüssigkeiten und Ersatzteile gemäss Wartungsplan bilanziert.

    Wie werden die Emissionen berechnet?
    Dies verlässlich zu berechnen, ist keine leichte Aufgabe und erfordert entsprechendes Know-how sowie einen grossen Aufwand. Wacker Neuson hat deshalb die renommierte Schweizer Nonprofit-Organisation myclimate damit beauftragt. Myclimate ist Partner weiterer internationaler Unternehmen wie der Lufthansa oder der Swiss.

    Grundlage des Kompensationsprogramms ist eine 39-seitige Studie zum sogenannten Product Carbon Footprint, also dem CO2-Fussabdruck der Baugeräte und -maschinen von Wacker Neuson. Darin werden die Treibhausgasemissionen pro Betriebsstunde für 13 Baugeräte aus dem Mietprogramm von Wacker Neuson bilanziert. Analysiert wurden 6 Grossgeräte (Bagger, Lader und Dumper) sowie 7 Kleingeräte aus den Bereichen Versorgung und Verdichtung sowie Aufbruch- und Schneidetechnik. 

    Doch die umfangreichen Berechnungen sind erst die eine Hälfte des Projekts. Entscheidend für eine erfolgreiche Durchführung sind im Anschluss daran die Qualität und die Effizienz der Kompensationsprojekte. International hat sich der Handel mit Emissionsminderungsgutschriften – sogenannten Zertifikaten – etabliert. Auch dafür ist myclimate mit seiner langjährigen Erfahrung zuständig. Am Ende geht es also darum, dass die berechnete Gesamtmenge an CO2-Emissionen durch die Produkte von Wacker Neuson in Klimaschutzprojekten neutralisiert wird. 

    (Grafik: Wacker Neuson) So funktioniert die CO2-Kompensation.

    Projekte in Indien, Uganda und der Dominikanischen Republik
    Die Auswahl fiel dabei auf drei Projekte in Indien, Uganda und in der Dominikanischen Republik. In Indien geht es um den Bau von Biogasanlagen als saubere und nachhaltige Energiequelle für Haushalte. Das aus Kuhdung gewonnene Biogas soll die gegenwärtig verwendeten Brennstoffe wie Feuerholz oder Kerosin ersetzen. Das Biogas wird auch zum Kochen benutzt. Der hochwertige Bio-Dünger, der nach der Vergärung übrig bleibt, ersetzt chemische Düngemittel. 

    Das Hauptziel des Klimaschutzprogrammes in Uganda ist die Versorgung ärmerer Haushalte und Institutionen wie Schulen mit neuen Technologien, um Trinkwasser zu reinigen. Der dadurch verminderte Verbrauch von nicht-erneuerbarem Feuerholz und Holzkohle reduziere den CO2-Ausstoss und wirke sich zugleich positiv auf die Lebensbedingungen und die Gesundheit tausender Menschen aus, schreiben Wacker Neuson und myclimate. 

    Wieder ein anderer Zugang wird in der Dominikanischen Republik gewählt. Dort wird das grösste Solarkraftwerk der Karibik installiert. Es bietet Alternativen zur fossilen Energie und schafft ausserdem lokale Arbeitsplätze. Auch ein Besucherzentrum und ein Fonds für soziale und ökologische Aktivitäten werden eingerichtet. 

    Gold-Standard zur Qualitätssicherung
    Wie aber kann sichergestellt werden, dass die verursachten Emissionen auch tatsächlich kompensiert werden? «Die Projekte erfüllen höchste Standards. Sie werden vom sogenannten Gold-Standard von Plan Vivo geprüft. Dies ist ein unabhängiger Qualitätsstandard, der hochwertige CO2-Kompensationsprojekte auszeichnet», erklärt myclimate. 

    Alle Projekte trügen neben der CO2-Reduktion gleichzeitig zu den Uno-Zielen nachhaltiger Entwicklung bei und förderten so die soziale, ökologische und wirtschaftliche Entwicklung in der Region. Wichtig für die Qualitätskontrolle sei auch der direkte und persönliche Kontakt zu den Projektverantwortlichen. Schliesslich werde darauf geachtet, dass nur langfristige Verträge eingegangen würden. 

    (Bilder: myclimate) Solarkraftwerk in der Dominikanischen Republik, Kochen mit Biogas in Indien, sauberes Trinkwasser in Uganda: Wacker Neuson setzt auf langfristige Projekte mit Qualität.

    Eigenverantwortung der Unternehmen stärken
    Doch zurück zu Beny Wasinger, dem Initiator des Ganzen. Mit ihrer Zero-Emission-Strategie wolle Wacker Neuson «an vorderster Front einen Beitrag leisten, um die globale Erwärmung einzudämmen», sagt er. «Wir haben keine Zeit zu verlieren – es braucht schon heute eine Reduktion des CO2-Ausstosses, bis neue und nachhaltige Technologien verfügbar sind.» Dabei setzt Wasinger auf Eigeninitiative, nicht auf regulatorischen Zwang: «Wir wollen anderen Unternehmen einen Anstoss geben, dasselbe zu tun.»

    Darüber hinaus haben Firmen, die CO2-neutrale Produkte anbieten, zunehmend einen Wettbewerbsvorteil. Denn immer mehr Auftraggeber der öffentlichen Hand gewichten dies bei den Ausschreibungen stark. Die Investitionen nützen also nicht nur der Umwelt, sondern langfristig auch dem Geschäft – Klimaschutz mit Mehrwert. 

    Dr. Philipp Gut